Kickboxing & Jiu Jitsu / Sanda & Shuai Jiao, Qin Na

 


Was ist Sanda? Shuai Jiao? Und Qin Na?



Sanda = chinesisches Kickboxing

Shuai Jiao = Herkunft von Judo & chinesisches Ringen

Qin Na = Herkunft von Jiu Jitsu



散打, Sanda / Kickboxing



San = Gemischt, Frei
Da = Schlagen, Boxen

San Da ist eine wichtige grundlegende Partnerübung für den realen Zweikampf im traditionellen chinesischen Wushu. Diese Übung der äußeren Kampfkünste steht den Tuishou-Übungen der inneren Kampfkünste entgegen. Um das traditionelle Kung Fu zu vereinfachen für das chinesische Militär wurde Sanshou und Sanda aus den einfachsten und am schnellsten erlernbare Techniken zusammen gewürfelt. Heute ist das Sanda vorallem als Wettbewerbskampfsport bekannt.

Entsprechend gehören typische Elemente der Kampfkunst wie Tritte (踢-treten) und Schläge (da, 打 schlagen) ebenso wie Würfe (shuai, 摔 ‚zu Boden werfen), Grappling (na, 拿, ergreifen/festhalten), beispielsweise durch Hebel und Würgegriffe sowie Takedowns und Sweeps (die, 跌‚stürzen) als besondere Elemente des Sanshous dazu.

Dabei sind die Regeln von Sanda an das westliche Kickboxen angelehnt und tragen Boxhandschuhe, die das Hebeln und Würgen und Bodenkampf nicht ermöglicht. Bei Sanshou ist alles möglich.

散手 Sanshou / MMA



San Shou ist ein kein Nahkampfsystem, sondern der Freie Duellkampf Übungsform der traditionelle Kampfkunst. Heute stellt sie die "entschärfte" Version von Kung Fu dar, da die Duelle nicht tödlich enden soll. Das sportliche San Shou (wettkampforientiertes Sanda) wurde dann später von einigen Wushu-Lehrern neben den modernen Taolu-Formen als Wettkampfform entwickelt.

Hier wurde das traditionelle Kung Fu in 2 Schienen aufgeteilt, ein Mal das Wu Shu, das sich nur auf Formen und Choreografie wie im westlichen Turnen oder Gymnastik spezialisiert. Die andere Seite stellt Sanshou bzw. Sanda, das als sportliche Wettbewerb geschaffen wurde. Somit wurde die eigentlich Kern der traditionelle Kung Fu "entschärft", um eine erneute Tragödie wie bei der Boxer Rebellion (1899) zu vermeiden.

Im Vordergrund des Sanshou Trainings steht die Verbesserung der kämpferischen Fähigkeiten und Kenntnisse, die für den realistischen Zweikampf notwendig seien, während dem Perfektionieren von Formen keine Bedeutung zugemessen wird.

Sanshou in der UFC, Cung Le



Der erfolgreichste San Shou Champion ist der UFC Mittelgewicht Kampfsportler Cung Le. Dabei ist für seine starke Kicks und Tritte aus dem Sanda bzw. Sanshou bekannt.

Chinesisches Militärtraining

qinna-sanda

Cung Le, UFC Kampfsportler

cungl


摔跤
Shuai Jiao / Judo / Ringen / No Gi Jiu Jitsu



Shuaijiao ist das moderne chinesische Wort für Ringen. Seine historischen Vorgänger waren chinesische, mongolische und mandschurische Formen dieses Sports, die jahrtausend lange Geschichte aufweisen.

Sie bildet die Grundlage für wesentlich jüngere Kampfstile wie Sumo, Judo, Aikido und Jiu Jitsu.

Bei traditionelle Wettbewerbsform aus Mongolei und Manschun tragen die Kämpfer jeweils eine Lederweste, die das Gi - Kampfanzug im Judo ähnelt. Jedoch viele traditionelle Grifftechniken ermöglichen eine praktische Anwendung in moderne Gesellschaft auch ohne Weste und Jacken. Wie z.B. in No Gi Jiu Jitsu.



Shuai Jiao Turnier

shuaijia


擒拿
Qin Na / Jiu Jitsu



擒,Qin= Fangen 拿,Na= Nehmen

Qin Na selbst ist kein Kampfsystem. Sie ist ein Teil von einem System, das sich auf Hebeln, Würgen Techniken spezialisiert sind, die den Gegner kampfunfähig machen soll. Die QIn Na Techniken sind die zivilisiertere und friedlichere Lösungen aus traditionellen Kung Fu, da der Gegner nicht tödlich verletzt werden soll. Die meisten Qin Na Anwendungen sind Gelenke und Skelett basierende Hebeln und Würge Techniken, die entweder den Gegner gefangen nehmen soll, oder die Gelenke brechen soll.

Es gibt dabei viele Kombinationsmöglichkeit, wenn man Qin Na ein Mal beherrscht. Man kann es mit Tritte kombinieren, was bei "Eagle-Claw" Adler-Stile erkannbar sind. Oder mit Schläge wie bei Shaolin Qin Na. Oder mit Würfe und Take Down wie in der Tai Chi Qin Na Anwendungen.

Aikido, Judo, Hapkido und Jiu Jitsu



Qin Na ist die ursprüngliche Inspiration für jüngere Kampfstile wie Aikido, Judo, Hapkido und Jiu Jitsu. Dabei ist die heutige Ausführung mehr sportliche Wettbewerb als reale Kampfsituationen, weil die meisten Techniken im Boden ausgeführt werden. In der Realität darf man auf keinem Fall selbst mit zu Boden gehen, so hat man eventuell die Kontrolle über einen einzigen Gegner, aber man ist selbst auch gefangen mit dem Festhalten des Gegners, was sehr ungünstig auf weitere Variable eines Kampfes sein kann. z.B. zweiten oder mehreren Gegner oder der festgehaltener Gegner holt eine Waffe raus, von dem man vorher nicht wusste usw.

Jene Techniken wurden mit Jiu Jitsu und Judo während den Weltkriegen als Offiziere Ausbildung und Austausch Programme zwischen Japan und andere europäische Länder nach Westen übertragen. Heute sind die Techniken verteilt in alle Militärausbildung zu finden. wie z.B. Sambo, Krav Maga, Systema uvm.

Meister Dr. Yang jwing ming demonstriert Tai Chi Qin Na

qinna


Kung Fu als einheitlich, hollistisches Kampfsystem



In unsere Kung Fu Akademie versuchen wir die zerstreuten Seiten des Kung Fu in seiner ursprüngliche und originale Form zu vereinen. Deshalb wird auch die verschiedene Aspekten gemischt trainiert, um sich auf alle Situationen eines Kampfes vorzubereiten und sich mental zu stärken.

Die Zerstreuung der Kampfkunst ist im Westen deutlich zu beobachten. Wenn man bedenkt, dass Turnen, Speerwurf, Kugelwerfen, Reiten, Fechten uvm alles zu Grundausbildung von einem Ritter gehörte, jedoch heute getrennt als diverse sportliche Diszipline trainiert werden, wird es ersichtlich, dass es mit der chinesischer/asiatische Kampfkunst auch geschehen ist. Wie wurde die Samurai Ausbildung in Kendo, Jiu Jitsu und Karate usw aufgeteilt?

In unsere Schule versuchen wir die Kampfkunst möglichst einheitlich zu unterrichten, um die Kontrolle der eigene Körper und Geist besser kennenzulernen. Kung Fu ist ein Prozess, es ist Einheit, Harmonie. Die Trennung in Wettbewerbsport führt nur zu Unvollkommenheit. Ruhm und Ehre vergehen, Kung Fu bleibt.

Die meisten junge Kampfsportler, die mit mir gleichzeitig angefangen zu trainieren, wurden zu deutsche Meister, Europameister und manche sogar Weltmeister, jetzt trainieren die meisten "Weltmeister" mit Anfang 30 gar nichts mehr und können das Bein kaum noch über den Bauch heben. Sie gaben sich mit ihrem Ruhm und Titeln zufrieden und der Prozess hat aufgehört. Deshalb darf sowas wie Titel und Preise nie das Ziel von wahren Kung Fu sein. Es lenkt einem sehr schnell von eigentlich Weg(chin. Dao) ab.